Ausrüstung im Sarek - Was Wanderer mit sich herum tragen

Entscheidend: die richtige Ausrüstung
Inhalt
Ausrüstung ist das A und O einer Tour durch den Sarek. Sie entscheidet oft genug über Erfolg oder Fehlschlag. Das muss nicht bis zur Gefahrensituation gehen, aber schließlich reden wir vom wohlverdienten Urlaub, und der soll ja ein positives Erlebnis sein. Nur ein Beispiel: Eine schlechte Regenjacke ist kein Problem in einem Sommer wie 1996. Im Dauerregen aber, wird sie versagen, und der Urlaub wird zur nassen Qual. Ähnliches gilt für schlecht oder gar nicht eingelaufene oder gar ungeeignete Schuhe.
Gummistiefel oder Bergschuh?
Da sind wir auch schon bei der ersten Glaubensfrage: Gummistiefel oder Wanderschuhe ? Sie spaltet die ansonsten recht einige Wandererpartei in zwei Fraktionen. Und sie ist gar nicht so leicht zu beantworten: Gummistiefel sind in tiefen Lagen, im Sumpfland, und beim Furten kleiner Bäche unbestreitbar von Vorteil. In steinigen Lagen ab etwa 900 Meter aber haben die Bergstiefler gut lachen. Gleiches gilt für trockene Sommer und nasse Sommer: je mehr Wasser, desto mehr spricht für den Gummistiefel. Und weil Wasser im Sarek nicht gerade selten ist, bevorzugte ich bis 2002 die Gummistiefel, wobei ich von skandinavischen Wander-Gummistiefeln mit Fußbett und Profilsohle rede, nicht von Billiprodukten aus dem Supermarkt. Die Entscheidung aber muss jeder für sich selbst treffen.
Die Antwort liegt dazwischen
Seit 2002 heißt mein Favorit Jakt Jubläum. Die Stiefel der schwedischen Firma Lundhags sind für mich das Non-plus-ultra in Sachen Wandern im Norden. Das gilt auch für andere Modelle des Herstellers. Sie bieten die optimale Kombination der Vorteile von Bergschuhen und Gummistiefeln. Nicht billig, aber überzeugend. Mit anderen Worten: Ich bin begeistert.
Jacke und Rucksack
Die erwähnte gute Regenjacke ist Pflicht. Aber auch hier gibt es zwei Möglichkeiten. Wer sich eine teure Dreilagen-Goretexjacke leisten kann, wird auf einen zusätzlichen Regenschutz aus Kunststoff verzichten können. Ansonsten muss er mit ins Gepäck. Eine Regenhülle für den Rucksack ist ebenfalls zu empfehlen. Ebenso wasserdichte Packsäcke für Wäsche und Schlafsack im Rucksack.
Auch beim Rucksack gibt es eine Art Religionsstreit unter den Wanderern: Tragegestell oder nicht? Ich mag die starren Außengestellrucksäcke nicht so sehr und bevorzuge solche mit Innengestell. Ganz ohne Gestell geht nicht, dazu sind die Lasten einfach zu schwer.
Home, sweet home
Das Zelt muss expeditionstauglich sein und damit Sturm und heftige Regengüsse aushalten können. Sonst wird's gefährlich. Innen und Außenzelt sind unverzichtbar, das Moskitonetz darf auch nicht fehlen. Wanderer sollten mit dem Auf- und Abbau ihres Zeltes sehr vertraut sein, sonst wird es bei Sturm und Regen sehr schwierig.
Erholsam schlafen
Der Schlafsack ist die Wärmeversicherung und damit das Wichtigste Gepäckstück überhaupt - in physischer wie in psychologischer Hinsicht. Bis minus fünf Grad (im Sommer!) sollte er warm halten, sonst ist es aus mit erholsamem Schlaf. Daunenschlafsäcke sind zwar empfindlicher gegen Nässe und benötigen etwas mehr Schutz davor (einen wasserdichten Packsack), dafür nehmen sie im Rucksack deutlich weniger Platz als Kunstfaserschlafsäcke ein.
Die Unterlage
Noch so eine Glaubensfrage: Iso-Matte oder Thermarest? Eines von beiden muss sein, sonst nützt der beste Schlafsack nichts. Isos sind leichter und strapazierfähiger, Thermas dagegen definitiv bequemer. Ich bevorzuge die Iso-Matte.
Sturmsichere Küche
Die Küche: Absolut bewährt hat sich der Trangia-Sturmkocher. So gut wie unverwüstlich und - wie der Name verspricht sturmsicher. Die Handhabe ist sehr einfach und praktisch. Der Nachteil: Spiritus hat im Vergleich zu etwa Benzin zeinen deutlich geringeren Energiewert. Folglich wird mehr Brennstoff benötigt. Faustregel: zwei Personen brauchen 1 Liter pro Woche. Der Trangia lässt sich auch umrüsten auf Benzin. Allerdings erfordert die Handhabe sehr viel Fingerspitzengefühl, weil der Brenner beim Start gerne ein wenig Feuer speit. Gemütliches kochen im Vorzelt hat sich dabei als sehr riskant erwiesen und ist nicht zu empfehlen.